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Karola Rückholz

   A TRANS Vitrine   U9   A SistaBro-City

    2026-02-13    to   2026-04-18            

     24/7     BigSisnBro     

Beschreibung:


Aus der Vitrinen-Rückwand erscheinen Einhorn und Pegasus aus Wolken und blicken aus den Vitrinen-Scheiben den Betrachtenden entgegen. Da sie aus den Wolken zu treten scheinen, sieht mannur die Vorderansicht: Kopf, Hals, Brust, ein wenig von Pegasus‘ Flügeln. Das Einhorn hat ein braun-aubergine farbiges Samt-Fell. Das lila-silber changierende Horn am Kopf ist 40 cm lang und läuft, mit sehr scharfen Kanten, wie eine Schraube spitz zu. Die Kanten wirken gefährlich. Die Mähne ist frisiert in weichen Wellen von schwarz bis rot. Die übergroßen, geschwollenen und mit Falten umringten Augen haben erweiterte schwarze Pupillen mit einer goldgelben Iris. Das Einhorn schaut mit geneigtem Kopf.Pegasus gefertigt aus linksseitig gewendetem Samt erscheint heller, jedoch nicht ganz weiß, wie in vielen anderen Darstellungen. Sein Kopf schaut von oben herab auf die Betrachtenden. Am Boden liegt ein lyrischer Text (Quelle unbekannt) und eine Tierbeschreibung ähnlich derer im nahegelegenen Zoologischen Garten.


„With a little help from my friends“ (Beatles)


Am Brennpunkt von Obdachlosigkeit und Drogen - dem Bahnhof Zoo – kommen Einhorn und Pegasus als Big Sis’n Bro‘ der Armut, die dort herrscht und den Menschen, die den Bahngleisen der Linie U9 zustreben, entgegen. Im Idealbild großer Geschwister agieren sie stellvertretend als unsere Unterstützer*innen. Sie stehen hinter uns, was auch immer wir tun oder uns widerfährt. In der Vitrine werden sie in einem Schaufenster des Kommerz, der Vermarktung, der Konsumwelt nahe und neben dem Bahnhof präsentiert. Sind sie gar gefangene Tiere des Zoologischen Garten gegenüber? Oder sehen wir nur einen Ausschnitt, der sich nach hinten in den offenen Himmel ausdehnt? Pegasus ist für den Templerorden (geistlicher Ritterorden, 1120–1312) mit seinem reinen Herzen ein Zeichen für Armut. Im Griechischen Mythos ist er ungezügelt und schlägt mit seinen Hufen auf den Boden. So erschafft er Hypokrene, die Quelle der Inspiration. Damit gilt er als Dichter und Musenross für die Künste. Als Schöpfer einer Quelle der Kreativität wird er vom Templerorden auch als Unterstützer der Armut gedeutet, von der es ja heißt, dass sie erfinderisch mache.


Das Einhorn wird über Jahrtausende an unterschiedlichen Orten der Erde als Wunderwesen voll Weisheit, Unbändigkeit und Magie beschrieben. Können wir es als Beispiel für den Freiheitswunsch unterdrückter Anteile deuten? Ist Magie ein Erklärungsversuch für etwas, was wir uns nicht rational erklären können und liegt darin nicht auch eine Hoffnung auf ein Wunder? Birgt Magie als Kraft des Unbekannten, die Möglichkeit des Neuen und der Veränderung letztlich in und für uns selbst?


„We are all living in the gutter, but some of us are looking at the stars”
(Oscar Wilde, Lady Windermere’s Fan, 1892)


Das Einhorn und Pegasus scheinen, aus den Wolken schauend, vom Himmel in die Tiefen der Untergrundbahn zu kommen. Sie schauen durch ein mehrfach geteiltes (Schau-)fenster und die

Betrachtenden schauen zurück in den Himmel. Das Einhorn neigt sich den Menschen auf dem Bahnhof Zoo zu. Ein Ort, der für viele von Ausweglosigkeit geprägt zu sein scheint und nach einem Ort der Gefangenschaft von Tieren benannt ist. Sehen wir in eine Falle oder einen Schutzraum? Kann das Fenster als ein innere und/oder äußere Barriere gedeutet werden? Wieviel Entscheidungskraft haben wir und wovon wird sie gespeist und gebremst? Wen wählen wir als unsere „Big Sis‘n Bro‘“- Unterstützer*Innen und wieviel Unterstützung finden wir in uns selbst?

Contacts

Karola Rückholz

 

14471 Potsdam Germany

 

mail: karola.rueckholz@eventdiener.de